Vorratsdatenspeicherung legal umgehen
Das Gesetz soll der Bekämpfung schwerer Straftaten dienen. Gespeichert wird definitionsgemäß auf Vorrat, d.h. es werden alle Daten von Jedermann „geloggt“, ohne dass ein Verdacht auf einen Straftatbestand bestehen muss.
Gespeichert werden sog. Verkehrsdaten, das sind im Einzelnen:
Internetanbieter speichern den Zeitpunkt, wenn ein Nutzer die Internetverbindung aufbaut, und selbige wieder schliesst. Dazu wird das Nutzerprotolkoll gespeichet, d.h., welche Webseiten der Internetnutzer besucht hat.
Telefonate: Gespeichert wird die Nummer des Anrufers, die Nummer des Angerufenen, sowie Zeitpunkt und Dauer des Telefonates.
Handygespräche: Gespeichert wird die Nummer des Anrufers, die Nummer des Angerufenen, sowie Zeitpunkt und Dauer des Gesprächs. Zudem werden noch die Funkzellen, in denen der Anruf getätigt wird (von Anrufer und Angerufenem) aufgezeichnet.
SMS: Wie bei Handytelefonaten.
Emails: Gespeichert wird die Emailadresse des Absenders und des Emfängers. Dazu die IP Adresse des Einlieferungsclients. sowie der jeweilige Mailserver, IP Adresse des Abholenden Clients, bei Webmail (Emails direkt aus dem Browser) zudem die IP Adresse des Browsers.
Chat: Gespeichert wird die IP-Adresse der Clients und die des Servers.
Eine Speicherung von Inhalten erfolgt nicht. Die Vorratsdatenspeicherung wird aber im Allgemeinen kritisch gesehen, da sie einen Eingriff in die Grundrechte aller Nutzer von modernen Kommunikationsmitteln darstellt.. Eine vollständige Umgehung der Vorratsdatenspeicherung würde den Verzicht auf alle modernen Kommunikationsmittel, einschließlich Telefon voraussetzen.
Die Privatsphäre vor der Vorratsdatenspeicherung zu schützen ist dennoch zumindest in Ansätzen möglich, und das zudem völlig legal. Im Folgenden sind ein paar Möglichkeiten beschrieben.
Internet:
Die Provider speichern, unter welcher IP-Adresse sich ein Nutzer in das Internet einwählt, und welche Webseiten er besucht, was anhand der IP-Adressen der Webseiten festgestellt werden kann.
1. DSL-Flatrate: Da der PC konstant mit dem Internet verbunden ist, ist so zumindest nicht nachvollziehbar, wann sich der Nutzer in das Internet einwählt.
2. TOR benutzen: TOR ist eine Software, mit der man verschleiern kann, welche Webseiten ein Nutzer besucht hat. Dabei werden Serveranfragen (das Aufrufen von Internetadressen) auf weltweit zufällig ausgewählte Server umgeleitet, was die Nachverfolgung deutlich erschwert. Nachteil: TOR benötigt Bandbreite, und ist daher für Nutzer mit langsamen Internetverbindungen ungeeignet.
Download unter torproject.org
Emails:
Wegwerfadressen nutzen: Anbiete von Wegwerfadressen generieren Zufallsadressen, welche ca. 60 min gültig sind, und danach gelöscht werden. Am besten zusätzlich TOR nutzen.
Anbieter: trashmail.com, sofort-mail.de u.v.a.
Instant-Messenger:
Hier kann man Nachrichten austauschen, ohne sich mit seinen persönlichen Daten anmelden zu müssen.
Anbieter: z.B. Retroshare
Download auf retroshare.sourceforge.net
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