Aufbruch unter Hochspannung

Unsere Generation denkt um und setzt voll auf das Elektroauto

Ein absoluter Newcomer, einen den es zuvor nicht gegeben hat, wurde der absolute Star der IAA im vergangenem Jahr. Davor machte das Start-up-Unternehmen Tesla Motors aus dem amerikanischen Bundesstaat Kalifornien mit ihrem neuen Produkt Furore. In Deutschland zeigten sie auf einem minimalistischen Stand ihren rassigen Elektro-Sportwagen. Bereits am Eröffnungstag bestellte ein Besucher den E-Flitzer vom Fleck weg, wohlgemerkt für umgerechnet 115.000 €. Der Tesla-Neukunde fuhr direkt mit dem Auto vom Stand nach Hause. Ein ganz besonderes Privileg, den die örtliche Kfz-Zulassungsstelle schickte einen Mitarbeiter extra dafür auf die Messe, um die notwendigen Formalitäten abzustempeln.

Dieses Ereignis macht deutlich, was in den vergangenen Jahren auf dem Automobilmarkt passiert ist: Das scheinbar unumstößliche Prinzip „schneller; größer, stärker,“ gerät derzeit stark ins Wanken.

Das neue Jahrhundert begann noch nach dem alt bewerten Muster: Mehr, mehr, immer mehr. Enden wird das erste Jahrzehnt jedoch mit völlig neuen Vorsätzen. Es ist noch nicht lange her wie bullige Geländewagen, die PKW-Langversionen oder der Prototyp eines Supersportwagens, auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA im Herbst 1999 erfolgreich präsentiert wurden.

Smart is beautiful

Die Abhängigkeit vom Öl und der vorschreitende Klimawandel hat die Welt heute völlig umgekrempelt: Was neulich noch als Nonplusultra galt- wird heute dagegen als Irrtum abgetan. Jetzt stehlen ihnen Nobodys mit Elektroantrieb die Show. Die Zukunft gehört nicht mehr Geschwindigkeit oder Luxus, sondern der besten Batterie.

Unsere junge Generation denkt um und setzt voll auf Elektrofahrzeuge

Das Elektroauto ist aber keine neue Erfindung, das gibt es schon lange. Irgendwann gab es eine Wende und keiner glaubte damals mehr ans Elektroauto. Zu vieles sprach dagegen. Alle großen Autohersteller steckten ihre Projekte deswegen in die Schublade. Dann stieg plötzlich der Ölpreis gewaltig und dauerhaft. Jetzt musste wieder in eine andere Richtung gedacht werden. Alle Barrieren müssen beiseite geschafft werden.

Die nächsten Jahrzehnte stehen im Zeichen der Elektromobilität. Fachleute bewertet das weltweite Umsatzvolumen mit der Elektromobilität in weiteren 10 Jahren auf 470 Milliarden €.

Dieser Markt entsteht jedoch nicht völlig neu. Viele Marktteilnehmer werden sich umorientieren müssen. Zahlreiche, heute noch etablierte Unternehmen werden einfach vom Markt verschwinden. Automobil-Zulieferer, die heute noch Auspuffanlagen, Kolben, Benzintanks oder Kurbelwellen herstellen, müssen ihre Produktion komplett umstellen, um weiterhin eine Marktchancen zu haben.

Elon Musk, Shai Agassi oder Henrik Fisker sind überzeugt davon. Ihre Unternehmen haben Namen wie Better Place oder Tesla Motors. Was sie alle euphorisch stimmt ist der Plan, Autos effizienter als mit Verbrennungsmotoren, mit Strom fahren zu lassen. Dieser Strom lässt sich vergleichsweise günstig und auf vielfältige Weise erzeugen – im besten Fall sogar klimaneutral durch Wasser-, Wind- oder Solarenergie.
Nagelneu ist die Technik nicht, Elektroautos erschienen immer mal wieder – plötzlich und kometenhaft, als neues Wundermittel – und verschwanden so schnell wie sie gekommen sind. Wegen der Ölknappheit im Zweiten Weltkrieg war das so, als z.B. Peugeot 400 Wägelchen mit Elektroantrieb vom Typ VLV produzierte. Dann später, im Jahr 1991 stellte BMW den E1 vor, doch das Auto war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Grund ein Barrel Rohöl kostete damals niedrige 22 US-Dollar. 1996 begann GM mit der Auslieferung des EV1, das als Reaktion auf die radikalen Luftreinhaltungsgesetze Kaliforniens entwickelt worden war. Jedoch wurden nur 1.200 Autos gebaut und verleast, die Produktion im Jahr 2003 eingestellt.

Woher kommt das heikelste Bauteil eines Elektroautos, die Batterie?

Die Helden dieser Branche sind jene Firmen, die das wohl anspruchsvollste Bauteil des Elektrofahrzeugs am Besten herstellen können: den Akku. Augenblicklich gelten Lithium-Ionen-Batterien als Maß der Dinge. 90 % der globalen Nachfrage decken Firmen aus China, Japan und Südkorea ab. Europäische Unternehmen müssen nicht nur auf diesem Gebiet immens nachholen. Im aktuellen Hybridmodell der Mercedes S-Klasse stammt die Lithium-Ionen-Batterie immerhin vom Zulieferer Continental, die eigentlichen Zellen für den Akku produziert der französischen Hersteller Saft. Im künftigen e-Smart, der für den Otto-Normalverbraucher ab 2012 beim Händlern stehen wird, werden Lithium-Ionen-Batterien vom kalifornischen Tesla Motors stecken.

Auch diese Darstellungen zeigt sich, was in dieser neuen elektrifizierten Auto-Welt plötzlich möglich ist. Denn es ist noch gar nicht lange her, da wurde abfällig von “der Bastelbude” gesprochen, wenn unter Autoexperten das Gespräch auf das kalifornische Start-up kam. Inzwischen hat sich Daimler dort eingekauft. Das Know-how über Stromspeicher wird in Zukunft unschätzbaren Wert haben.

Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite:

nach oben |

Ranking-Hits