Autogenes Training

Autogenes Training, oder auch Körpertraining, wurde um 1920 von dem Berliner Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz entwickelt. Es dient der Selbstentspannung und ist eine offiziell bestätigte Methode der Psychotherapie.
J.H. hatte herausgefunden, dass viele Menschen aufgrund ihrer regen Vorstellungskraft fähig sind, einen Zustand intensivster Entspannung zu erzielen.
Autogenes Training unterscheidet in der Grundstufe sechs verschiedene erlernbare Übungen: Die erste Übung ist die Schwereübung. Hierbei suggeriert sich der Patient mit individuellen Übungsformeln, dass ein Körperteil, z.B. der Arm, schwer wird.
Diese und die darauf folgende Wärmeübung, werden nach dem Erlernen meist zusammen gezogen.
Auch die Übung des Herzens, der Atmung, der Bauchwärme und der Stirnkühle basieren auf dem Prinzip der Selbstsuggestion. Alle fünf Übungen werden in verschiedenen Körperstellungen, beispielsweise sitzend, absolviert. Bei der Übung des Beendens wird die Entspannung zurück genommen.
Die Protokollierung des Erlebten während der Übungen ist eine wichtige Komponente für die Funktion des Trainings.
In der Mittelstufe werden formelhafte Vorsatzbildungen geprägt, die nur positive Elemente enthalten. Autogenes Training vermeidet Formulierungen wie “nicht” oder “muss”.
Auch die Gestaltung eines Blattes mit Farben oder das Kneten von Figuren sind eine gute Überleitung zu der Oberstufe. In der Oberstufe finden verschiedene Gefühlsübungen statt, während in der analytischen Oberstufe psychoanalytische Techniken in das Verfahren integriert werden.
Beim autogenen Training werden verschiedene Techniken (z.B.: das Schweigen, das vorsichtige Hinweisen) und Formeln (z.B.: selbst gewählte Farben, Fragen an das Unterbewusste) eingesetzt.
Autogenes Training findet Anwendung in der Behandlung von Süchten, Ängsten und Schmerzen. Auch die Steigerung von Konzentration und Fitness werden positiv beeinflusst.

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