Schlechte Zeiten für Weinsammler: Der 2009er Bordeaux ist der teuerste Rotwein aller Zeiten

Es gilt nicht nur bei Neureichen als absolut chic, in seinem Keller ordentlich Platz zu schaffen für edlen Rotwein. Es macht auch Sinn, denn gerade die Rotweine aus Bordeaux erfreuen sich nach ein paar Jahren durchaus ordentlichen Preissteigerungen. So legen manche ihr Geld auf einem Sparbuch an, andere investieren in Rotwein. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass mit Rotwein meistens mehr Rendite zu erwirtschaften war.
Um Gewinn zu erwirtschaften, muss der Verkaufspreis deutlich über dem Einkaufspreis liegen. Und steigen die Preise für den Einkauf, kann dadurch auch die zu erzielende Rendite deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein einfacher Zusammenhang, der viele professionelle Weinhändler davon abhalten wird, den aktuellen Weinjahrgang 2009 in Weinkeller einzulagern. Denn die Bordeaux-Weine werden zu einem fast unbezahlbaren Luxusgut. Rund 70 Prozent Preissteigerungen erfährt der Rotwein gegenüber dem Vorjahr.
Doch nicht nur der Preis für den Rotwein ist exklusiv. Auch die Qualität des Jahrganges. Der Rotwein des prestigeträchtigsten Weinanbaugebiets der Welt wird eine außerordentlich hohe Qualität haben. Und diese Qualität beeinflusst die Preise. So sind Preise von 550 Euro pro Flasche für diesen Jahrgang keine Seltenheit. Im Durchschnitt kosten die Weine aus Frankreichs bestem Weinanbaugebiet immerhin noch rund 20 Prozent mehr als der Jahrgang 2005, der als letzter großer Jahrgang bisher gegolten hat.
Doch obwohl die Preise für eine Flasche Rotwein für viele als überzogen angesehen werden: sie werden bezahlt. So sind beispielsweise in Europa fast keine Rotweine aus dem Luxusgut Lafite-Rothschild zu erhalten. Die Asiaten sichern sich schon vor der Ernte gut ein Drittel der gesamten Produktion – und sie bezahlen jeden Preis. Von der Weltwirtschaftskrise scheint in Asiens nichts zu hören zu sein. Nur so ist zu erklären, wie derart hohe Preise für einen Rotwein bezahlt werden kann.
Allerdings ist das Geld vielleicht auch sehr gut angelegt. Solange die Nachfrage vorhanden ist, scheint auch der Einkaufspreis eine untergeordnete Rolle zu spielen. So werden beispielsweise für einen Lafite-Rothschild 2000, dessen Flaschenpreis schon ab Weingut rund 230 Euro betragen hat, heute rund 1.150 Euro bezahlt. Dies ist eine Wertsteigerung in zehn Jahren von 400 Prozent. Da lohnt es sich, durchaus einige Flaschen dieses edlen Rotwein im Keller zu haben.

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